Sobald Sie als Site-Betreiber oder Web-Entwickler die ersten zaghaften Gehversuche mit HTML, CSS, CGI, PHP und SQL hinter sich gelassen haben, bemerken Sie relativ schnell, wie sich bei Anbietern von Webhosting-Lösungen die Spreu vom Weizen trennt:
Auf der einen Seite existieren landesweit wohlbekannte Massenanbieter, deren primäre Zielgruppe vergleichsweise uninformierte Kunden mit geringen Ansprüchen an technische Flexibilität und Leistungsfähigkeit beim Webhosting sind. Auf Basis kompromissloser Kosten-/Nutzenanalysen bieten diese Provider preiswerte Paketlösungen der gängigsten Open-Source-Server-Software an, die dank automatisierter, Web-gesteuerter Konfiguration ein Minimum an Administrationsaufwand durch Sie als Endkunden erfordern.
Auffällig bei Großanbietern sind die steil ansteigenden Tarifmodelle beim Aufrüsten von sog. “Managed Hosting”-Lösungen zu sog. “Root”-Servern, bei denen Sie als Kunde selbst die Kontrolle und Verantwortung über die gesamten Betriebssystems- und Software-Architektur Ihrer Website übernehmen. Aufgrund der ohnehin geringen Gewinnspannen sind diese Provider meist nur im Notfall und gegen empfindliche Bearbeitungsgebühren zur Hilfestellung bereit.
Im Kontrast dazu existieren aus den Frühzeiten des Webhosting überlebende oder neu gegründete kleinere Firmen, die als Subunternehmer oder in vollständiger Eigenregie operieren und den persönlicheren Kontakt mit ihren Kunden suchen. Während hier meist von Anfang an höhere Gebühren anfallen, ist der Schritt vom “Managed”- zum “Root”-Modell finanziell und moralisch kleiner; wenn diese IT-Berater Ihre Web-Applikationen über den gesamten Lebenszyklus pflegen und Ihnen tatkräftig zur Seite stehen, relativiert dies schnell den höheren Einstiegspreis.
Ebenso ist es ein Zeichen für Professionalität und Redlichkeit im Webhosting, wenn Sie bereits vor Vertragsabschluss die Möglichkeit zu ausgiebigen persönlichen Gesprächen mit den Administratoren haben, um die für Ihr Projekt erforderlichen Software-Technologien und Hardware-Ressourcen zu skizzieren und nicht unnötig teure Leistungspakete zu erwerben.
Eine Faustregel, wie Sie bei der Suche nach solidem Webhosting die Experten von den Scharlatanen unterscheiden können: Fragen Sie den IT-Berater doch einmal, ob die angebotenen Applikationen statt mit einer MySQL- auch mit einer PostGreSQL-Datenbank betrieben werden könnten. Oder erkundigen Sie sich nach alternativer Webhosting-Software zum Industriestandard Apache, sei es etwa LigHTTPd, Squid oder NginX.
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